Kaukasus 2012 – Reisebericht

In den wilden Kaukasus – 2012

Eine Reise in den Kaukasus war schon zu Jugendzeiten immer ein Traum von mir.
Die sehr reizvollen und unterschiedlichen Landschaften des kleinen und großen Kaukasus versprechen dem Motorradfahrer grandiose Erlebnisse. Diese beiden relativ kleinen, christlichen Länder inmitten der islamischen Welt bieten zudem sehr viele Sehenswürdigkeiten, die von der langen, nicht immer glücklichen Existenz zeugen. Wohl nur wenige Länder der Erde wurden in der Geschichte so oft von fremden Mächten erobert wie Georgien und Armenien. Dabei bewahrten sie sich aber immer den Mut für einen Neuanfang. Obwohl 70 Jahre Stalinismus ihre Spuren deutlich hinterlassen haben, entwickelt sich im Moment die touristische Infrastruktur wieder. Es gibt ausreichend Tankstellen und die Geschichten vom verbleiten Benzin bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Hotels und private Gästehäuser fand ich auf fast allen Routen und die Versorgung mit Lebensmitteln war auf meiner Reise niemals ein Problem.

Italien – Griechenland – Türkei

Mit gut zehn Wochen Zeit im Gepäck konnte ich zu Beginn meiner Tour den Frühling auf mehreren Etappen genießen. Zunächst ging es über die Alpen und durch Italien bis nach Bari. Dort nahm ich die Fähre nach Igoumenitsa. Es begann eine Woche Griechenland mit vielen geschichtsträchtigen Orten und leider auch einigen unwetterartigen Regenfällen. Danach konnte das Abenteuer Türkei beginnen. Ich wählte eine Route ziemlich in der Mitte des Landes von West nach Ost. Troja, Kappadokien, Nemrut Dagi waren einige der Stationen bevor ich zum gigantischen Van See kam.

Traumhafte Landschaften in einer von Krisen geschüttelten Region. Erdbeben und in dieser Zeit noch heftige militärische Konflikt mit den Kurden hinterlassen hier leider immer wieder ihre Spuren. Ich habe mich weit ins Gebirge in die Nähe des Irak und Iran vorgewagt und war immer wieder von der Gastfreundschaft der Bewohner überwältigt. Beeindruckend die unbeschreibliche Einfachheit des Lebens der Menschen in völlig abgeschiedenen Gebirgsregionen.

Türkei – Georgien

Der direkte Weg nach Armenien ist leider nicht möglich. Auch der erste Grenzübergang nach Georgien bei Aktas ist geschlossen. So treffen ich in einem heftigen Gewitter mit Hagelschauern ganz zufällig auf Sabine und Dietmar aus Deutschland. Die ersten Motorradfahrer seit langer Zeit. Bald kommen auch noch zwei Briten dazu und wir fahren zum nächsten Hotel in Ardahan. Mit Franzis und Danny geht es am nächsten Tag weiter nach Georgien. Die Beiden sind auf dem Weg in die Mongolei. Die schwerste Offroadetappe bestehen wir gleich am ersten Tag. 13 km auf der Karte sind in Wirklichkeit mehr als vierzig. Steine, tiefe Furchen, Felsen und auf der Passhöhe Pfütze an Pfütze von glitschigem Schlamm umgeben fordern von uns viel Kraft. 5 Stunden kommen dabei leicht zusammen und wir sind überglücklich noch vor Einbruch der Dunkelheit unser Ziel, ein Thermalhotel, anzusteuern. Die Dreckpfützen von unseren Füßen und Anzügen in der penibel sauberen Empfanghalle kümmern uns nach diesem Abenteuer nicht mehr. Wir werden herzlich empfangen, sogar die Cafeteria wird für uns länger geöffnet, damit wir auch noch ein Abendessen bekommen können.

Armenien

Bald danach mache ich mich alleine weiter auf den Weg nach Armenien. Die Orientierung erfolgt nun ausschließlich mit der Karte. Ortschaften können bis zu vier/fünf verschiedene Schreibweisen aufweisen oder ganz andere Namen haben als auf der Karte. Mir hilft mein bisschen Russisch enorm.In Armenien habe ich in zwei Wochen keinen einzigen Motorradfahrer gesehen. Dafür warten auf mich atemberaubende Landschaften im ständigen Wechsel.Sehr trockene Steppen, grüne Hochgebirgslandschaften völlig ohne Bäume, Steinwüste an der Grenze zum Iran und bald wieder tiefe Mischwälder säumen die Straßen.

Von den schon lange währenden Konflikten mit Aserbaidschan bekam ich zum Glück nichts mit. Man versicherte mir überall, im Moment sei es absolut sicher. Hotels und Privatunterkünfte warten hier auf eine spärliche Zahl von Besuchern. Neugierig werde ich immer wieder von vielen Passanten umringt. Eigentlich habe ich seit der Türkei kaum eine ruhige Minute und werde immer wieder angesprochen. Woher? Wohin? Warum alleine? Was kostet das Motorrad? Wie schnell fährt es? Warum keine BMW? Yamaha ist doch viel besser! Das muss ich ihnen aber immer erst verklickern. Freundliche, hilfsbereite Menschen treffe ich überall. Ich bin mir sicher: Sie hätten mir sogar meinen Geldbeutel nachgetragen.

Georgien

Zurück in Georgien gehe ich bald die Kaukasische Heeresstraße an. Zunächst muss ich aber in eine Herberge, denn es regnet und alle Berge sind verhüllt. Am nächsten Morgen erwartet mich strahlender Sonnenschein. Nach Gudauri endet der Asphalt und man teilt sich Pfützen und Schlamm mit den LKW’s.

Besonders beeindruckend das Gebirgstal vor Stepanzminda (auf der Karte Kazbegi). Die Darjal Schlucht wartet dann leider mit vielen Baustellen auf mich. Hier wird ein Wasserkraftwerk errichtet. Mein letztes Ziel ist die Region der Swanen. Anders als in Armenien, gibt es in Georgien viele verschiedene Volksstämme mit ganz verschiedenen Sprachen.

Zahlreiche Unabhängigkeitsbewegungen haben zu vielen kleinen nationalen Konglomeraten geführt, die wie beispielsweise Süd Ossetien und Abchasien für Touristen auf Grund der Sicherheitslage nicht passierbar sind.

Rundherum wartet man intensiv auf eine neue Touristenwelle… So z.B auch in Mestia, die Stadt mit den meisten noch erhaltenen Wehrtürmen in Oberswanetien ist im Moment eine einzige Baustelle. Straßen und Unterkünfte werden eiligst errichtet. Kleine Gruppen von Wanderern und Autotouristen bevölkern zögerlich die Stadt. Sogar ein Motorradpaar aus Schweden traf ich auf dem Weg. Empfehlenswert auf alle Fälle die Weiterfahrt bis Ushguli.

Schwarzmeerküste – Rückfahrt

An der Schwarzmeerküste trete ich nach zwei Tagen Badeurlaub die mehr als 3000km lange Heimreise an. In der Türkei versperren mir bei Sinop dann Straßensperrungen nach heftigen Unwettern den Weg. Die Strecke bis nach Griechenland verbringe ich danach leider meistens auf Schnellstraßen. Der anschließende wirklich schönere Weg auf kleinen Straßen über den Balkan gestaltet sich zu einem wundervollen Abschluss einer fantastischen Motorradtour.


 

Spanien 2011

Pforzheim – Gibraltar – Capo de Sao Vincente

Fotos der Spanientour

Reisebericht: Anfahrt

Die Anfahrt über durch die schweizerischen und französischen Alpen ist vom Wetter her sehr durchwachsen und es gibt zunächst einige Regenfahrten. Durch die Provence und die Cevennen komme ich an der Ostküste über das Cap Rederis nach Spanien. Mein erstes Ziel sind die Ausläufer der Pyrenäen. Vor der Reise habe ich mir einige Routen ausgesucht und im Navi gespeichert. Am Ende entscheide ich aber immer nach den Gegebenheiten. Viele interessante sehr kleine Straßen und Offroad Strecken entdeckt man erst vor Ort. Tipps erhält man im Gespräch auf den Campingplätzen. Das Wetter hat seinen eigenen Kopf und im Nordwesten hängt auch in Spanien und Portugal der Regen fest.

Hitzetest im August

Den ersten Hitzetest bestehe ich schließlich schon in der Region Aragon auf dem Weg östlich an Zaragoza vorbei in die Beltischen Kordilleren, dem großen Gebirgszug an der Ostküste. Hier findet man viele Traumstraßen und dort oben geht auch immer ein Windchen welches ein wenig Abkühlung brachte.

Nach einer Pause am Mittelmeer am Capo de Gata breche ich auf ins Landesinnere Andalusiens. Nun kann das Thermometer auch einige Rekorde aufweisen. Zunächst staune ich in der Sierra Magina um 17:00 Uhr über 45 Grad.

In Cordoba werden es noch zwei Grad mehr. Mein Handy weckt mich zum Sonnenaufgang. In den Morgenstunden kann man angenehm fahren. Mittags eine lange Pause und abends früh einen Platz zum Übernachten finden. Die meisten Campingplätze haben einen Pool und nichts ist schöner, als nach den schweißtreibenden Nachmittagsstunden einfach im Wasser zu liegen. Motorradfahrer kommen nun meist aus Großbritannien.

 

Gibraltar – Portugal – Galicien

Mit einem Schotten erkunde ich Gibraltar. In der Ferne sieht man Afrika. Mein Weg geht weiter an der Küste entlang bis zum Capo de São Vicente in Portugal. Zurück in Spanien durch die Extremadura. Eine Landschaft die mich absolut beeindruckt. Durch Galicien (hier finde ich wirklich das beste Essen) zum Cabo Finisterre. Dann weiter an die andalusische Küste. Schließlich findet die Reise in Kantabrien ihren abschließenden Höhepunkt. Traumstraßen mit beeindruckenden Gebirgsformationen und Schluchten. Mit den sieben Wochen Zeit im Gepäck bin ich täglich nicht viel mehr als 300 km gefahren. Ich habe mir viel Zeit zum Fotografieren genommen und immer mal wieder für ein, zwei Tage angehalten, um Land und Leute wirklich genießen zu können.

Zwei „Boxenstopps“: Sevilla zum Ölwechsel – A Coruña neue Reifen – jeweils fachkundige und sofortige Hilfe bei Yamaha. Den Vorderreifen hatten sie z.B. nicht vorrätig. Er kam über Nacht per Kurier (ohne Aufpreis!!!) aus Barcelona

Fotos der Spanientour

Bericht bei Yamaha